Grundwissen der Gummiverwertung, Technologien der Aufbereitung und Entsorgung von Gummiabfall sowie Gummirecycling und Produkte daraus finden Sie hier: http://www.recyclast.de/17537.html

Produkte und Probleme beim Gummirecycling:

Bei der Wahl der richtigen Verwertungsverfahren für Gummireste ist der Verunreinigungsgrad von Gummiabfällen entscheidend. Im Folgenden werden einige Probleme bei dem Recycling und der Produktion der Sekundärrohstoffe aufgezeigt. Dabei wird auch auf die verschiedenen Arten von Verwertungsbetrieben in der Praxis Bezug genommen:

Produkte:


A1) Gummiabfall zu Granulat im Sportplatzbau:  Aus sauberem Gummiabfall wird z.B. ein 0-8 mm Gummigranulat erzeugt für einen z.B. dämpfenden Sportplatz- Unterbau mit Kunstrasen aus PE Fasern und eingestreutem 0-3 mm Gummi-Granulat.

A2) Gummiabfall zu Mülltonnenrädchen: Aus Gummistaub oder feinem Granulat wird oft mit PU-Kleber eines der hunderte Millionen Mülltonnenrädchen gepresst (Deutschland mit ca. 30 Mio. Haushalten a 3 Mülltonnen a 4 Rädern......

A3) Granulat aus PKW- und LKW-Reifen: Die Verarbeiter von Reifen sind meist spezialisiert auf entweder LKW oder auf eine Mischung von LKW- und PKW-Reifen, selten werden nur PKW-Reifen recycelt. Der LKW-Anteil fördert ein einheitliches Produkt. Der Kautschukanteil und damit der Weichheitsgrad von PKW-Reifen mit Sommer- und Winterreifen ist stark unterschiedlich, bei LKW-Reifen bleibt die Qualität relativ einheitlich, deshalb ist ihre Verarbeitung bevorzugt. Auch enthalten LKW-Reifen dickere Drähte und relativ weniger Textil, sodaß mit Magneten bei gröberer Granulatstruktur besser Verunreinigungen entfernt werden.

B1) Gummimischungsreste: Gerne werden überlagerte oder fehlerhafte Mischungen für dickwandige oder einfache Matten verwendet. Sind die Anteile an vulkanisierten Resten in der Knetmischung zu groß, kann das Material nicht mehr verwandt werden. Einige Gummimischungen sind mit Beschleunigern versetzt, die auf der einene Seite eine schnelle Verarbeitung in der Produktion gewährleisten, auf der anderen Seite aber beim Recycling allein schon durch Transport, an der Luft, in der Wärme und unter Luftfeuchte ausvulkanisieren und das Recyceln unmöglich machen.

C1) Gummiabfall als Brennstoff: Hier hängt die Verarbeitung vom Chlorgehalt, der Stückigkeit und der Metallverureinigung ab. Ein Chlorgehalt über 0,5% ist bereits problematisch, weil bei der Verbrennung Salzsäure entsteht und die Anlagenrohre aus Metall angreift, wenn keine teure und aufwändige Neutralisation durchgeführt wird. Eine Stückigkeit unter ca 150 mm ist wegen der kontinuierlichen Förderung in den Verbrennungsprozess erforderlich. Hier gilt wie unter P1, daß nur kleine Metallverunreinigungen erlaubt sind.

D1) B-Qualität Industriefertigprodukte: Wir haben beispielsweise hochwertigen Industriegummiboden, bunt gemischte 1 qm Platten, 4 mm, 100 qm auf Lager, 4 Euro/qm net es werk, geeignet für Garage, Innenbaustellen-Bodenschutz, Garagenboden, flexible Veranstaltungsräume .... Bei fast jeder industriellen Fertigung entstehen B-Produkte, eine große Problematik für Markenhersteller. Sie befürchten, sich mit dieser preiswerteren Variante, ihren eigenen Markt zu zerstören. Oft finden diese Produkte jedoch einen neuen Markt, der von der ursprünglichen Ware gar nicht bedient werden kann. So werden aus dünnen Gummibodenfliesen z.B. in Pakistan Fußmatten hergestellt.

Probleme für die Verarbeitung:

P 1. Kleine Metallverunreinigungen: Viele Verarbeiter für z.B. Sportplatzgranulat haben einfache Shredder und Mühlen zur Produktion. Kleine, vereinzelte Metallteile werden durch permanente Magnete herausgezogen. Diese Verarbeitung funktioniert dann, solange nur eine geringe Anzahl an ungefährlich kleinen Metall-Verunreinigungen vorliegt. Bei großen einzelnen Metallteilen würden die Shredder und Mühlen zerstört. Bei 300 U/Min reicht eine Schraube, um sämtliche Messer in den Maschinen  zu beschädigen. Dieser Abfallstrom muß andere Vearbeitungswege finden oder aufwendig per Hand vorsortiert werden.

P 2. Farbverunreinigungen und Kunststoffanhanftungen: Laut Din Normen von 18. oder 19. xx dürfen Mülltonnenrädchen nur schwarz sein und keinen farbigen Punkt aufweisen. Entsprechend werden bunte Gummiabfälle oder Gummi mit farbigen Anteilen zum Problem für diese Verarbeitung. Sportplatzgranulat sollte auch schwarz sein.  Als Kunstsoffverunreinigung sind z.B. Streifen oder Klipse im Gummi möglich. In geringen Mengen eignet sich das Material dennoch als Einsatz im Sportplatzbau, wenn der Sportplatzbauer den Architekten von der (Farb-) Unbedenklichkeit im Unterbau überzeugen kann. Diese Überzeugungsarbeit ist wesentlich leichter während der Hochsaison des Baus, im Spätsommer, wenn es nur noch wennig Granulat auf Vorrat gibt und deshalb die Farbgenauigkeit nicht mehr zu 100% beachtet wird, damit überhaupt noch Baumaterial vorhanden ist. Farbsehen ist also immer relativ und abhängig von der Jahreszeit, besonders bei Architekten!

P 3. Weiche oder harte Gummiabfälle: Der Verarbeiter muß auf die richtige Msichung von harten und weichen Abfällen achten, damit sein Produkt z.b. im Sportplatzbau immer gleiche Eigenschaften aufweist. dafür werden für das Endprodukt wie in der Bäckerei die Zutaten entsprechend zugemischt.

P4. Hochbeschleunigte Gummimischungen: Für Endlosprodukte wie Bodenbahnenware aus Gummi werden schnell reagierende Mischungen in der Original-Produktion benötigt. Davon anfallenden Abfall-Mischungen können schon beim Transport nach wenigen Tagen vollständig für das Recycling verderben. siehe auch B1. Werden solche Msichungen z.B. nach China im Container versandt, und der Container ist gerade ganz oben dirket unter der Sonne verladen, werden im Inneren über 50C erreicht. Dann kann es passieren, daß der Container komplett verklebt ankommt und nicht mehr verwertbar ist. Dann haben sich 20 tonnen Klebmasse mit den stahlwänden verbunden.

Probleme der Logistik:

Q 1. Kleinmengen von Enverbrauchern oder kleineren Unternehmen: Oft werden uns Kleinmengen Gummiabfälle unter 5 t angeboten, die wir mit unserer auf volle LKws ausgelegten Kalkulation nicht preisgünstig bedienen können. Hier hilft oft das örtlich verantwortliche Kreisumweltamt mit Auskunft weiter...


 


Definitionen:

AS= Ackerschlepper-Reifen, EM=Earth-mouving-Reifen

Recycling=Beim Recycling wird aus Abfall laut Wikipedia ein Ersatzmaterial=Sekundärrohstoff erzeugt;